Experimentelle Archäologie

 
 

Glasperlenherstellung in der Antike

Techniken zur Glasverarbeitung waren bereits in der Antike bekannt.
Wie damals Glasperlen hergestellt wurden möchten wir hier darstellen. Im Rahmen der experimentellen Archäologie haben wir drei Möglichkeiten gefunden, die es möglich machen Perlen herzustellen.

Drei dieser Techniken möchten wir hier darstellen. Natürlich haben wir diese auch selbst ausprobiert und Glasperlen hergestellt.

 


Vor der Lampe... Alte Technik - Neue Kunst


„Vor der Lampe geblasen“ ist ein Fachbegriff aus dem Bereich der Glasherstellung. Er bezeichnet die Technik, bei der das flüssige Glas nicht mit der Glasmacherpfeife am Ofen bearbeitet, sondern aus vorgefertigten Glasröhren oder -stäben am Werktisch vor einem Bunsenbrenner geformt wird.
Diese Technik ist sehr alt, bereits im alten Ägypten wurde so vermutlich Glas verarbeitet. Sicher ist, das mit diesem Verfahren Gold und Silber gelötet wurde.
Das Glasblasen vor der Lampe ist eine Technik, die im ersten Jahrhundert v. Chr. in Sidon (heute Libanon) entwickelt wurde.
Ihren Namen hat sie von einer Öllampe mit Blasebalg,
mit deren Hilfe früher Glasstäbe erhitzt wurden, um das auf diese Weise erweichte Glas zu Perlen, Figürchen und allerlei anderen dekorativen Objekten formen zu können.
Im frühen Mittelalter ging die Technik verloren. Im 16. Jahrhundert wieder entdeckt, hatten die Italiener diese Technik zur Meisterschaft entwickelt.
Die Öllampe ist zwar längst durch den Gasbrenner ersetzt worden, aber der Name hat sich erhalten.
 


Die Erdesse


Auch an einer Erdesse, die zum Schmieden oder für Bronzeguss genutzt wird, können Glasperlen hergestellt werden.
Diese Technik war z.B. bei den Wikingern sehr verbreitet.
Um die nötige Hitze zu erreichen, wird mit einem Blasebalg Luft in die mit Kohle gefüllten Esse gepumpt.
Nachteil an dieser Technik ist die mögliche Verunreinigung des Glases durch Aschepartikel die im Dauerluftstrom des Blasebalges aufgewirbelt werden können.
 

Der Glasperlenofen

Es handelt sich hierbei um einen Rekonstruktionsversuch eines keltischen Glasperlenofens.
Wie genau diese ausgesehen haben ist nicht
überliefert. Anhand verschiedener Fundlagen ist nachweisbar, dass diese Öfen über einen runden Grundriss verfügten.
Aus Quellen anderer antiker Völker lässt sich zudem schließen, das keltische Öfen oftmals mit einer Schachtkonstruktion gebaut wurden. Als
Baumaterial dient hier eine Mischung aus Lehm, Pferdemist und Strohäcksel die auf ein Geflecht aus Weide oder anderen biegsamen Hölzern aufgebracht wurde.
Der Ofen wird mit Holzkohle betrieben. Zum aufheizen wird mit Hilfe der Blasebälge Luft in eine Tondüse, welche unterhalb der Lochtenne (gelochte Lehmplatte) endet, eingeblasen.

Die Tenne verteilt die Luft in der Brennkammer, somit
glüht die Kohle gleichmäßiger. Wenn die Betriebstemperatur von ca. 1100° C erreicht ist, können an den Arbeitsöffnungen Perlen gedreht werden.
Der Ofen hält die Arbeitstemperatur, dank seiner geschlossenen Bauform, ca. 20min ohne das zusätzlich Luft hineingepumpt werden muss. Dieses ermöglicht das Arbeiten ohne die Gefahr von Ruß- und Ascheeinschlüssen im Glas, was an einer offenen Ofenform fast nicht möglich ist.

Dieser Ofen ist in gemeinschaftlicher Arbeit mit der Gruppe Keltare, Ralf (Bruce) Gössling und uns entstanden.